Irreversibles Koma: Unterschied zwischen den Versionen

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Beim irreversiblen Koma funktionieren noch Teile des Gehirns, wie z.B. meist noch das [[Atemzentrum]] im [[Hirnstamm]] oder/und andere [[Hirnstammreflexe]]. In Abgrenzung hierzu funktioniert beim [[Hirntod]] im [[Gehirn]] nichts mehr. Daher darf irreversibles Koma nicht mit [[Hirntod]] gleichgesetzt werden.
Beim irreversiblen Koma funktionieren noch Teile des Gehirns, wie z.B. meist noch das [[Atemzentrum]] im [[Hirnstamm]] oder/und andere [[Hirnstammreflexe]]. In Abgrenzung hierzu funktioniert beim [[Hirntod]] im [[Gehirn]] nichts mehr. Daher darf irreversibles Koma nicht mit [[Hirntod]] gleichgesetzt werden.
=== Zitate ===
Auf der  XI.  gemeinsamen  Tagung  der  Österreichischen,  Schweizerischen  und  Deutschen  Gesellschaften  für  Anaesthesiologie  und  Wiederbelebung vom  03.  bis  06.  September  1969  in  Saarbrücken sagte Spann:<ref>Spann: Podiumsgespräch . In: K.  Hutschenreuter,  K.  Wiemers (Hg.): Intensivbehandlung und  ihre  Grenzen. Berlin 1971, 106.</ref>
{{Zitat|Ich  selbst  halte  die  Auffassung  GERLAcHS,  nach  der der  Mensch  erst  tot  sei,  wenn  die  letzte  Körperzelle  verstorben  ist,  für unhaltbar.  Denken  Sie  nur  daran,  daß  Spermatozoen  bis  zu  120  Std  am Leben  bleiben  -  inzwischen  sind  aber  an  anderen  Organen  weitgehende autolytische  Veränderungen  abgelaufen.  Allerdings  habe  ich  auch  Bedenken  gegen  die  Annahme,  daß  der  Mensch  bereits  tot  sei,  wenn  er irreversibel  bewußtlos  ist  —  ganz  abgesehen  davon,  daß  es  ex  ante  sehr schwer  festzustellen  sein  dürfte,  ob  die  Bewußtlosigkeit  irreversibel  ist. Wir  müssen  deshalb  auf  den  irreversiblen  Hirntod  abstellen  und  werden zu  diskutieren  haben,  welche  Möglichkeiten  uns  zu  seiner  Objektivierung zur  Verfügung  stehen.}}





Aktuelle Version vom 19. November 2024, 08:31 Uhr

Irreversibles Koma ist ein Koma, bei dem mit Sicherheit keine Rückkehr des Bewusstseins möglich ist.

Beim irreversiblen Koma funktionieren noch Teile des Gehirns, wie z.B. meist noch das Atemzentrum im Hirnstamm oder/und andere Hirnstammreflexe. In Abgrenzung hierzu funktioniert beim Hirntod im Gehirn nichts mehr. Daher darf irreversibles Koma nicht mit Hirntod gleichgesetzt werden.

Zitate

Auf der XI. gemeinsamen Tagung der Österreichischen, Schweizerischen und Deutschen Gesellschaften für Anaesthesiologie und Wiederbelebung vom 03. bis 06. September 1969 in Saarbrücken sagte Spann:[1]

Ich selbst halte die Auffassung GERLAcHS, nach der der Mensch erst tot sei, wenn die letzte Körperzelle verstorben ist, für unhaltbar. Denken Sie nur daran, daß Spermatozoen bis zu 120 Std am Leben bleiben - inzwischen sind aber an anderen Organen weitgehende autolytische Veränderungen abgelaufen. Allerdings habe ich auch Bedenken gegen die Annahme, daß der Mensch bereits tot sei, wenn er irreversibel bewußtlos ist — ganz abgesehen davon, daß es ex ante sehr schwer festzustellen sein dürfte, ob die Bewußtlosigkeit irreversibel ist. Wir müssen deshalb auf den irreversiblen Hirntod abstellen und werden zu diskutieren haben, welche Möglichkeiten uns zu seiner Objektivierung zur Verfügung stehen.



Anhang

Anmerkungen


Einzelnachweise

  1. Spann: Podiumsgespräch . In: K. Hutschenreuter, K. Wiemers (Hg.): Intensivbehandlung und ihre Grenzen. Berlin 1971, 106.