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||Zu der Aussage, dass jedes nichtgespendete Organ das Leben eines Kranken bedrohe, fehlt leider die Quellenangabe.<br> | ||Zu der Aussage, dass jedes nichtgespendete Organ das Leben eines Kranken bedrohe, fehlt leider die Quellenangabe.<br> | ||
Bulgarien hat zur Organspende die Notstandsregelung: Wenn der Hirntod festgestellt ist, werden die transplantierbaren Organe entnommen, ohne noch jemanden zu fragen. Diese Haltung fußt auf dem Verständnis: Es gibt zahlreiche schwerkranke Menschen, denen mit diesen Organen das Leben gerettet werden kann, ohne dass der Organspender zu Schaden kommt. - Dies wird als Hilfeleistung gegenüber den schwerkranken Menschen angesehen. Jedes "Nein" entspricht in diesem Denken einer unterlassenen Hilfeleistung, die wiederum geahndet wird. Um dem vorzubeugen, ist in Bulgarien von Gesetz wegen jeder Hirntote ein Organspender. | Bulgarien hat zur Organspende die Notstandsregelung: Wenn der Hirntod festgestellt ist, werden die transplantierbaren Organe entnommen, ohne noch jemanden zu fragen. Diese Haltung fußt auf dem Verständnis: Es gibt zahlreiche schwerkranke Menschen, denen mit diesen Organen das Leben gerettet werden kann, ohne dass der Organspender zu Schaden kommt. - Dies wird als Hilfeleistung gegenüber den schwerkranken Menschen angesehen. Jedes "Nein" entspricht in diesem Denken einer unterlassenen Hilfeleistung, die wiederum geahndet wird. Um dem vorzubeugen, ist in Bulgarien von Gesetz wegen jeder Hirntote ein Organspender. | ||
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| Die Evangelischen Frauen in Deutschland e.V. (EFiD) fordern auf Seite 68 ihres [http://www.evangelischefrauen-deutschland.de/images/stories/efid/Positionspapiere/organtransplantation_positionspapier%202013.pdf Positionspapieres 2013] zur Organtransplantation für jeden eine freie Entscheidungsmöglichkeit. "Jedoch kann eine freie Entscheidung nur dann getroffen werden, wenn die zugrundeliegenden komplexen Zusammenhänge bekannt sind und die angängigen medizinischen, ethischen, weltanschaulich-religiösen und gesellschaftlichen Fragen und Problemstellungen in einen diskursiven Raum überführt werden, der dieser Tragweite gerecht wird und die angesprochenen komplexen Fragestellungen angemessen zur Sprache bringt. Nur so werden Menschen in die Lage gesetzt, ohne jeden Druck, auch ohne moralischen Druck, eine Entscheidung zu treffen."<br> | |||
Auf Seite 70 fordert EFiD Überlegungen, "wie der Bedarf an Spendeorganen und -gewebe | |||
zu senken wäre". EFiD nennt hierbei Präventivmaßnahmen. | |||
||Grenzenlose Freiheit für alles ist Anarchie (Herrschaftslosigkeit). Daher stellten seit Alters her Menschen Regeln für ein gelungenes Zusammenleben auf. In der griechischen Antike war es üblich, diese Regeln an der Stadtmauer anzubringen, damit jeder, der die Stadt betreten wollte, wusste, was hier Gesetz ist. Auch in der Bibel fanden solche Regeln ihren Niederschlag, nicht nur in den 10 Geboten.<br> | |||
Zur Aufklärung der Gesellschaft zur Organspende gehört auch, dass man die Zahl der jährlichen Toten nennt, die mit ausreichend Organen zu verhindern gewesen wären. Doch diese Information alleine macht schon moralischen Druck. Soll sie deswegen unterlassen bleiben?<ref group="Anm.">Auf meine Veröffentlichung des Textes "Mein letzter Wille" (siehe: http://www.organspende-wiki.de/wiki/index.php/Mein_letzter_Wille#Kurzfassung) erhielt ich Schreiben, dass ich den Menschen keinen Druck machen solle. Es wurde zwar die Frage gestellt, ob man denn nicht auf Organspende hinweisen könne, ohne Druck zu machen. Es wurde aber in keinem Schreiben aufgezeigt, wie dies geschehen soll. Organspende ist eine soziale, moralische, ethische wie auch religiöse Frage und mit diesen Themen unlösbar verknüpft.</ref><br> | |||
Präventivmaßnahmen sind jedoch Einschränkungen der Freiheit. Wenn z.B. der Zugang zu harten und weichen Drogen erhöht wird, stellt das eine Einschränkung der Freiheit dar. Ebenso, wenn jemand, der nachweislich selbstverschuldet auf die Warteliste für eine [[TX]] kommt, hierfür Punktabzug erfährt und damit länger auf das Organ warten muss.<br> | |||
Mit grenzenloser Freiheit, wie sie EFiD zu fordern scheint, kann auch Organtransplantation nicht gut funktionieren. Die Entscheidung soll frei getroffen werden, doch soziale, moralische, ethische wie auch religiöse Druck kann dabei von niemanden genommen werden. | |||
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!Darstellung der Kritiker !!andere Darstellung | !Darstellung der Kritiker !!andere Darstellung | ||
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Version vom 1. August 2014, 09:56 Uhr
Vorbemerkungen zu diesen Richtigstellungen: |
Hirntod
Darstellung der Kritiker | andere Darstellung |
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Entscheidungsfindung
Darstellung der Kritiker | andere Darstellung |
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"Was sind das nun für Menschen (Seelen), die einen warmen Körper mit schlagendem Herzen, intaktem Blutkreislauf und anderen lebenserhaltenden Funktionen zum Zwecke der Organentnahme auftrennen mögen?"[1] | Was sind das nur für Menschen, die mir im Falle meines Hirntods verbieten wollen, meine Organe zu spenden, damit andere weiterleben können? Wenn ich als Person tot bin und nur noch mein Körper durch die Intensivmedizin einen funktionierenden Blutkreislauf hat, warum soll ich dann meine Organe nicht spenden dürfen? |
"Wenn man die bereits erwähnten und gebetsmühlenartig wiederholten Argumente für eine Organspende ernstnehmen würde, könnte daraus leicht eine gesellschaftliche Norm oder gar eine Bringschuld werden, denn die Pro-Organspende-Werbung setzt ja darauf oder behauptet sogar, daß jedes nicht gespendete Organ das Leben eines Kranken bedrohe. Diese Argumentation ist jedoch völlig absurd, weil damit die Zusammenhänge gründlich verkehrt werden. Lebensbedrohend kann (vielleicht) eine Krankheit sein, niemals jedoch der spendeunwillige potentielle Organspender. Und bei einer Weiterführung dieser Gedanken kann damit jeder Mensch in eine äußerst fragwürdige moralische Verantwortung für die Gesellschaft gezwungen werden."[2] | Zu der Aussage, dass jedes nichtgespendete Organ das Leben eines Kranken bedrohe, fehlt leider die Quellenangabe. Bulgarien hat zur Organspende die Notstandsregelung: Wenn der Hirntod festgestellt ist, werden die transplantierbaren Organe entnommen, ohne noch jemanden zu fragen. Diese Haltung fußt auf dem Verständnis: Es gibt zahlreiche schwerkranke Menschen, denen mit diesen Organen das Leben gerettet werden kann, ohne dass der Organspender zu Schaden kommt. - Dies wird als Hilfeleistung gegenüber den schwerkranken Menschen angesehen. Jedes "Nein" entspricht in diesem Denken einer unterlassenen Hilfeleistung, die wiederum geahndet wird. Um dem vorzubeugen, ist in Bulgarien von Gesetz wegen jeder Hirntote ein Organspender. |
Die Evangelischen Frauen in Deutschland e.V. (EFiD) fordern auf Seite 68 ihres Positionspapieres 2013 zur Organtransplantation für jeden eine freie Entscheidungsmöglichkeit. "Jedoch kann eine freie Entscheidung nur dann getroffen werden, wenn die zugrundeliegenden komplexen Zusammenhänge bekannt sind und die angängigen medizinischen, ethischen, weltanschaulich-religiösen und gesellschaftlichen Fragen und Problemstellungen in einen diskursiven Raum überführt werden, der dieser Tragweite gerecht wird und die angesprochenen komplexen Fragestellungen angemessen zur Sprache bringt. Nur so werden Menschen in die Lage gesetzt, ohne jeden Druck, auch ohne moralischen Druck, eine Entscheidung zu treffen." Auf Seite 70 fordert EFiD Überlegungen, "wie der Bedarf an Spendeorganen und -gewebe zu senken wäre". EFiD nennt hierbei Präventivmaßnahmen. |
Grenzenlose Freiheit für alles ist Anarchie (Herrschaftslosigkeit). Daher stellten seit Alters her Menschen Regeln für ein gelungenes Zusammenleben auf. In der griechischen Antike war es üblich, diese Regeln an der Stadtmauer anzubringen, damit jeder, der die Stadt betreten wollte, wusste, was hier Gesetz ist. Auch in der Bibel fanden solche Regeln ihren Niederschlag, nicht nur in den 10 Geboten. Zur Aufklärung der Gesellschaft zur Organspende gehört auch, dass man die Zahl der jährlichen Toten nennt, die mit ausreichend Organen zu verhindern gewesen wären. Doch diese Information alleine macht schon moralischen Druck. Soll sie deswegen unterlassen bleiben?[Anm. 3] |
Organentnahme
Darstellung der Kritiker | andere Darstellung |
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Sonstiges
Darstellung der Kritiker | andere Darstellung |
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Anhang
Anmerkungen
- ↑ Die Zitation schützt nicht vor der Tatsache, dass Halb- und Unwahrheit verbreitet wird. Daher schützen auch Zitationen von Halb- und Unwahrheiten nicht vor dem Vorwurf der Irreführung.
- ↑ Täuschung ist im deutschen Recht ein Strafbestand, der nach § 236 StGB (Betrug) oder § 146 StGB (Falschgeld) bestraft. Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%A4uschung#T.C3.A4uschung_im_Recht Zugriff 12.1.2015.
- ↑ Auf meine Veröffentlichung des Textes "Mein letzter Wille" (siehe: http://www.organspende-wiki.de/wiki/index.php/Mein_letzter_Wille#Kurzfassung) erhielt ich Schreiben, dass ich den Menschen keinen Druck machen solle. Es wurde zwar die Frage gestellt, ob man denn nicht auf Organspende hinweisen könne, ohne Druck zu machen. Es wurde aber in keinem Schreiben aufgezeigt, wie dies geschehen soll. Organspende ist eine soziale, moralische, ethische wie auch religiöse Frage und mit diesen Themen unlösbar verknüpft.
Einzelnachweise
- ↑ http://www.organwahn.de/organwahn/index.html#34/z Zugriff am 3.7.2014.
- ↑ http://www.organwahn.de/organwahn/index.html#39/z Zugriff am 3.7.2014.