Aussagen über den Hirntod

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Heinz Angstwurm

Hirntod - Befund und Auswirkung

Heinz Angstwurm schrieb 1998 für die Konrad-Adenauer-Stiftung den Artikel "Hirntod - Befund und Auswirkung.

"Der Hirntod stellt sowohl als medizinischer Befund, wie auch als sicheres Todeszeichen des betroffenen Menschen einen naturgegebenen Sachverhalt dar, keine Vereinbarung zugunsten der Transplantationsmedizin. Die gegenteilige Meinung ist geschichtlich unrichtig, überschätzt die Möglichkeiten von Ärzten und unterschätzt die Einsichtsfähigkeit der Menschen, aber auch das ärztliche Verantwortungsbewußtsein. Geschichtlich wurden der Begriff und das Wort 'Hirntod' Ende des 18. Jahrhunderts geprägt, um einen bestimmten Todeseintritt zu kennzeichnen. Auch die erste wissenschaftliche Veröffentlichung wirklicher Beobachtungen 1959 erfolgte unabhängig von Fragen der Organtransplantation. Vor allem aber lassen sich Todeszeichen nicht erfinden und nicht vereinbaren, sondern nur auffinden und erkennen. Hirntod heißt, daß das gesamte Gehirn abgestorben ist, während die maschinellte Beatmung und die übrige Intensivbehandlung den im Herzen selbst entstehende Herzschlag, den Kreislauf und damit die Tätigkeit der übrigen Organe aufrecht erhalten. Das Gehirn stirbt deshalb ab, weil der Druck in der Schädelhöhle die Gehirndurchblutung erschwert und schließlich beendet. Sobld die Hirndurchblutung eine bestimmte Grenze unterschreitet ('Funktionsstoffwechsel'), nimmt die Hirntätigkeit ab und hört schließlich auf; bei noch stärkerer und bis zum Stillstand fortschreitender Abnahme der Hirndurchblutung ('Strukturstoffwechsel') stirbt das Hirngewebe ab."[1]

"Aus dieser Entstehung erklären sich

  • der scheinbare Widerspruch zwischen den bereits fehlenden Hirntätigkeit und teilweise noch mit Geräten nachweisbaren Begleiterscheinungen des restlichen Stoffwechsels von Nervenzellen, deren restliche Blutversorgung sie zwar nicht mehr tätig sein, aber noch eingeschränkt leben läßt,
  • der völlige und endgültige Hirnausfall entweder als Folge der Drucksteigerung in der Hirnschädelhöle bei Erkrankung oder Verletzung des Gehirns oder als Folge eines vorübergehenden, durch 'Wiederbelebung' zunächst behobenen Herzstillstands,
  • der Befund der inneren Leichenschau: Das infolge Blutmangels insgesamt abgestorbene Gehirn ('anämischer Totalinfarkt des Gehirn') und die am Gehirn weiter als den übrigen inneren Organen forgeschrittene Zersetzung nach dem Tod ('dissoziierter Hirntod')."[2]

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Anhang

Anmerkungen


Einzelnachweise

  1. Heinz Angstwurm: Hirntod - Befund und Auswirkung. In: Konrad-Adenauer-Stiftung: Organtransplantation - Ethik, Recht und Akzeptanz. (Interne Studie Nr. 175/1998), 25.
  2. Heinz Angstwurm: Hirntod - Befund und Auswirkung. In: Konrad-Adenauer-Stiftung: Organtransplantation - Ethik, Recht und Akzeptanz. (Interne Studie Nr. 175/1998), 25f.
  3. Heinz Angstwurm: Hirntod - Befund und Auswirkung. In: Konrad-Adenauer-Stiftung: Organtransplantation - Ethik, Recht und Akzeptanz. (Interne Studie Nr. 175/1998), 25.
  4. Heinz Angstwurm: Hirntod - Befund und Auswirkung. In: Konrad-Adenauer-Stiftung: Organtransplantation - Ethik, Recht und Akzeptanz. (Interne Studie Nr. 175/1998), 25.
  5. Heinz Angstwurm: Hirntod - Befund und Auswirkung. In: Konrad-Adenauer-Stiftung: Organtransplantation - Ethik, Recht und Akzeptanz. (Interne Studie Nr. 175/1998), 25.
  6. Heinz Angstwurm: Hirntod - Befund und Auswirkung. In: Konrad-Adenauer-Stiftung: Organtransplantation - Ethik, Recht und Akzeptanz. (Interne Studie Nr. 175/1998), 25.
  7. Heinz Angstwurm: Hirntod - Befund und Auswirkung. In: Konrad-Adenauer-Stiftung: Organtransplantation - Ethik, Recht und Akzeptanz. (Interne Studie Nr. 175/1998), 25.
  8. Heinz Angstwurm: Hirntod - Befund und Auswirkung. In: Konrad-Adenauer-Stiftung: Organtransplantation - Ethik, Recht und Akzeptanz. (Interne Studie Nr. 175/1998), 25.