Hermann Jastrowitz
Hermann Emanuel Jastrowitz (1882-1943) war ein deutscher Mediziner, erster Assistent und Oberarzt an der Medizinischen Poliklinik der Universität Halle und Opfer des Holocaust.
Hermann Jastrowitz war Sohn des angesehenen Psychiaters Moritz Jastrowitz (1838–1912) und dessen Ehefrau Henriette, geb. Mendelsohn. Nach dem Besuch des Französischen Gymnasiums studierte er Medizin in Heidelberg, Berlin und Leipzig. Mit seiner Doktorarbeit „Über die Hemmung der Verdauung infolge der Bindung freier Salzsäure durch amphotere Aminokörper“ wurde er am Physiologisch-Chemischen Institut der Universität Leipzig promoviert. Nach dem Erhalt der ärztlichen Approbation im Jahre 1907 war er zunächst an der Medizinischen Klinik der Universität Kiel tätig, ging jedoch im April 1909 nach Halle an die Medizinische Poliklinik der hiesigen Universität. Seit 1906 verfasste er zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, die sich aus seiner Tätigkeit in der Laboratoriumsforschung ergaben und die vermuten ließen, dass er eine Universitätslaufbahn mit Habilitation anstrebte.
Von 1915 bis 1918 war er Teilnehmer am Ersten Weltkrieg; im September 1915 wurde er mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet. Es folgten bis Dezember 1918 Einsätze in Heereslazaretten. Zurückgekehrt nach Halle an die Universitäts-Poliklinik, erhielt er die Stelle als Erster Assistent unter dem damaligen Direktor Hermann Straub und setzte seine Laboratoriumsforschung und Publikationstätigkeit in medizinischen Fachzeitschriften fort. Daneben widmete er sich der Fortbildung der Laboratoriumsangestellten.
Am 2. August 1920 hat er in Berlin seine Cousine Adele Jastrowitz (1892–1943) geheiratet und sich ein Jahr später in Halle das Haus Händelstraße 26 gekauft, in dem er sich auch eine Praxis einrichtete. Neben der umfangreichen Praxistätigkeit arbeitete er jedoch weiterhin – nunmehr unentgeltlich – im Laboratorium und veröffentlichte bis 1931 weitere wissenschaftliche Arbeiten.
Anhang
Anmerkungen