Cingulum: Unterschied zwischen den Versionen

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Der [https://de.wikipedia.org/wiki/Gyrus_cinguli Gyrus cinguli] (von lateinisch gyrus ‚Windung‘ und cingulum ‚Gürtel‘) oder Gürtelwindung ist ein Teil des Gehirns und gehört funktionell zum limbischen System. Es handelt sich um eine Struktur des Telencephalons (Endhirn), oberhalb des Corpus callosum (Balken), die die medial liegenden Teile der Hemisphären miteinander verbindet.
Der [https://de.wikipedia.org/wiki/Gyrus_cinguli Gyrus cinguli] (lat. gyrus = Windung; cingulum = Gürtel) ist ein Teil des [[Gehirns]] und gehört funktionell zum [[limbischen System]]. Es handelt sich um eine Struktur des [[Telencephalons]] (Endhirn), oberhalb des [[Corpus callosum]] (Balken), die die medial liegenden Teile der Hemisphären miteinander verbindet.


Der Gyrus cinguli besteht aus vier Abschnitten:[2]
Der Gyrus cinguli besteht aus 4 Abschnitten:
* Pars anterior = Brodmann-Areal 24
* Pars posterior = Brodmann-Areal 23
* Area subcallosa = Brodmann-Areal 25
* cinguläre Motor-Areale = Brodmann-Areal 32


    Pars anterior = Brodmann-Areal 24
Im Marklager des Gyrus cinguli verläuft eine lange Assoziationsbahn, das Cingulum. Er endet in der Rinde des [[Subiculums]] der [[Hippocampus]]formation.
    Pars posterior = Brodmann-Areal 23
    Area subcallosa = Brodmann-Areal 25
    cinguläre Motor-Areale = Brodmann-Areal 32
 
Im Marklager des Gyrus cinguli verläuft eine lange Assoziationsbahn, das Cingulum. Er endet in der Rinde des Subiculums der Hippocampusformation.


Eine operative Durchtrennung des Gyrus cinguli wird als Zingulotomie bezeichnet.
Eine operative Durchtrennung des Gyrus cinguli wird als Zingulotomie bezeichnet.
Funktion


=== Funktion ===
Als Teil des limbischen Systems ist der Gyrus cinguli bei der Entstehung und Verarbeitung von Emotionen sowie bei Lern- und Gedächtnisprozessen beteiligt. Er scheint eine entscheidende Rolle bei der emotionalen Bewertung der äußeren Umwelt und deren Verknüpfung mit der inneren Gefühlslage zu spielen. Mitgefühl und emotionale Bindungen sind hier lokalisiert. Bei Störungen des allgemeinen Lebensgefühls und einer negativen Stimmungslage wie beispielsweise bei Depressionen lassen sich hier häufig Veränderungen in der neuronalen Aktivität nachweisen.[3] Auch Fähigkeiten wie die Aufmerksamkeit zu verlagern, sich Veränderungen anzupassen und Optionen zu erkennen sind hier lokalisiert.
Als Teil des limbischen Systems ist der Gyrus cinguli bei der Entstehung und Verarbeitung von Emotionen sowie bei Lern- und Gedächtnisprozessen beteiligt. Er scheint eine entscheidende Rolle bei der emotionalen Bewertung der äußeren Umwelt und deren Verknüpfung mit der inneren Gefühlslage zu spielen. Mitgefühl und emotionale Bindungen sind hier lokalisiert. Bei Störungen des allgemeinen Lebensgefühls und einer negativen Stimmungslage wie beispielsweise bei Depressionen lassen sich hier häufig Veränderungen in der neuronalen Aktivität nachweisen.[3] Auch Fähigkeiten wie die Aufmerksamkeit zu verlagern, sich Veränderungen anzupassen und Optionen zu erkennen sind hier lokalisiert.



Version vom 23. März 2019, 13:05 Uhr

Der Gyrus cinguli (lat. gyrus = Windung; cingulum = Gürtel) ist ein Teil des Gehirns und gehört funktionell zum limbischen System. Es handelt sich um eine Struktur des Telencephalons (Endhirn), oberhalb des Corpus callosum (Balken), die die medial liegenden Teile der Hemisphären miteinander verbindet.

Der Gyrus cinguli besteht aus 4 Abschnitten:

  • Pars anterior = Brodmann-Areal 24
  • Pars posterior = Brodmann-Areal 23
  • Area subcallosa = Brodmann-Areal 25
  • cinguläre Motor-Areale = Brodmann-Areal 32

Im Marklager des Gyrus cinguli verläuft eine lange Assoziationsbahn, das Cingulum. Er endet in der Rinde des Subiculums der Hippocampusformation.

Eine operative Durchtrennung des Gyrus cinguli wird als Zingulotomie bezeichnet.

Funktion

Als Teil des limbischen Systems ist der Gyrus cinguli bei der Entstehung und Verarbeitung von Emotionen sowie bei Lern- und Gedächtnisprozessen beteiligt. Er scheint eine entscheidende Rolle bei der emotionalen Bewertung der äußeren Umwelt und deren Verknüpfung mit der inneren Gefühlslage zu spielen. Mitgefühl und emotionale Bindungen sind hier lokalisiert. Bei Störungen des allgemeinen Lebensgefühls und einer negativen Stimmungslage wie beispielsweise bei Depressionen lassen sich hier häufig Veränderungen in der neuronalen Aktivität nachweisen.[3] Auch Fähigkeiten wie die Aufmerksamkeit zu verlagern, sich Veränderungen anzupassen und Optionen zu erkennen sind hier lokalisiert.


Anhang

Anmerkungen


Einzelnachweise