Cingulum: Unterschied zwischen den Versionen
Klaus (Diskussion | Beiträge) Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Klaus (Diskussion | Beiträge) Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
Zeile 13: | Zeile 13: | ||
=== Funktion === | === Funktion === | ||
Als Teil des limbischen Systems ist der Gyrus cinguli bei der Entstehung und Verarbeitung von Emotionen sowie bei Lern- und Gedächtnisprozessen beteiligt. Er scheint eine entscheidende Rolle bei der emotionalen Bewertung der äußeren Umwelt und deren Verknüpfung mit der inneren Gefühlslage zu spielen. Mitgefühl und emotionale Bindungen sind hier lokalisiert. Bei Störungen des allgemeinen Lebensgefühls und einer negativen Stimmungslage wie beispielsweise bei Depressionen lassen sich hier häufig Veränderungen in der neuronalen Aktivität nachweisen. Auch Fähigkeiten wie die Aufmerksamkeit zu verlagern, sich Veränderungen anzupassen und Optionen zu erkennen sind hier lokalisiert. | Als Teil des limbischen Systems ist der Gyrus cinguli bei der Entstehung und Verarbeitung von Emotionen sowie bei Lern- und Gedächtnisprozessen beteiligt. Er scheint eine entscheidende Rolle bei der emotionalen Bewertung der äußeren Umwelt und deren Verknüpfung mit der inneren Gefühlslage zu spielen. Mitgefühl und emotionale Bindungen sind hier lokalisiert. Bei Störungen des allgemeinen Lebensgefühls und einer negativen Stimmungslage wie beispielsweise bei Depressionen lassen sich hier häufig Veränderungen in der neuronalen Aktivität nachweisen. Auch Fähigkeiten wie die Aufmerksamkeit zu verlagern, sich Veränderungen anzupassen und Optionen zu erkennen sind hier lokalisiert. | ||
Entscheidungen werden überwiegend im Gyrus cinguli gefällt. Er ist ein Teil des [[Papez-Kreises]].<ref>Siehe: Christof Kessler: Glücksgefühle. Wie Glück im Gehirn entsteht und andere erstaunliche Erkenntnisse der Hirnforschung. München 2017, 80.</ref> "Ein Ausfall des vorderen Cingulums, zum Beispiel nach einem Schlaganfall, hat entsprechende Antriebs- und Interesselosigkeit zur Folge: Der Patient reagiert nur schwach auf Umweltreize, wird wortkarg und bewegungsfaul."<ref>Christof Kessler: Glücksgefühle. Wie Glück im Gehirn entsteht und andere erstaunliche Erkenntnisse der Hirnforschung. München 2017, 81.</ref> | |||
Version vom 23. März 2019, 16:28 Uhr
Der Gyrus cinguli (lat. gyrus = Windung; cingulum = Gürtel) ist ein Teil des Gehirns und gehört funktionell zum limbischen System. Es handelt sich um eine Struktur des Telencephalons (Endhirn), oberhalb des Corpus callosum (Balken), die die medial liegenden Teile der Hemisphären miteinander verbindet.
Der Gyrus cinguli besteht aus 4 Abschnitten:
- Pars anterior = Brodmann-Areal 24
- Pars posterior = Brodmann-Areal 23
- Area subcallosa = Brodmann-Areal 25
- cinguläre Motor-Areale = Brodmann-Areal 32
Im Marklager des Gyrus cinguli verläuft eine lange Assoziationsbahn, das Cingulum. Er endet in der Rinde des Subiculums der Hippocampusformation.
Eine operative Durchtrennung des Gyrus cinguli wird als Zingulotomie bezeichnet.
Funktion
Als Teil des limbischen Systems ist der Gyrus cinguli bei der Entstehung und Verarbeitung von Emotionen sowie bei Lern- und Gedächtnisprozessen beteiligt. Er scheint eine entscheidende Rolle bei der emotionalen Bewertung der äußeren Umwelt und deren Verknüpfung mit der inneren Gefühlslage zu spielen. Mitgefühl und emotionale Bindungen sind hier lokalisiert. Bei Störungen des allgemeinen Lebensgefühls und einer negativen Stimmungslage wie beispielsweise bei Depressionen lassen sich hier häufig Veränderungen in der neuronalen Aktivität nachweisen. Auch Fähigkeiten wie die Aufmerksamkeit zu verlagern, sich Veränderungen anzupassen und Optionen zu erkennen sind hier lokalisiert.
Entscheidungen werden überwiegend im Gyrus cinguli gefällt. Er ist ein Teil des Papez-Kreises.[1] "Ein Ausfall des vorderen Cingulums, zum Beispiel nach einem Schlaganfall, hat entsprechende Antriebs- und Interesselosigkeit zur Folge: Der Patient reagiert nur schwach auf Umweltreize, wird wortkarg und bewegungsfaul."[2]
Anhang
Anmerkungen