Anästhesie
Anästhesie
Anästhesie
Anästhesie ist in der Medizin ein Zustand der Empfindungslosigkeit. Pschyrembel teilt sie ein in:[1]
- Balancierte Anästhesie
- kurz wirksame Injektionsnarkotika (z.B. [Barbiturate]]
- Analgetika (Opiate, z.B. Fentanyl)
- peripheren Muskelrelaxanzien
- Inhalationsnarkotika (z.B. Lachgas, Isofluran)
- Rückenmarknahe Anästhesie
- Kaudalanästhesie (wird vor allem bei Kindern durchgeführt)
- Spinalanästhesie (durchdringt die Hirnhaut)
- Periduralanästhesie (PDA) (durchdringt nicht die Hirnhaut)
Rückenmarknahe Anästhesie und Hirntod
Die rückenmarknahe Anästhesie ist ein deutliches Beispiel dafür, dass in D/A/CH Hirntote keine Schmerzen spüren können. - Hierzu wird hier die Wirkung der Spinalanästhesie beschrieben:[2]
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Operation an Querschnittsgelähmten
Querschnittsgelähmte, bei denen einen Durchtrennung des Rückenmarks im Bereich der Halswirbel erfolgte, können ohne Narkose an Beinen und Bauchraum operiert werden. Dabei kommt es zu den exakt den gleichen Hautrötungen, zu lokalen Schweißreaktionen und Muskelzuckungen, wie bei Hirntoten, ohne dass Schmerz wahrgenommen wird.[3]
Dissertationen
Christiane Heck beschreibt die "Anatomie und Physiologie des Schmerzes" wie folgt: Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren) sind zu 90% in der Haut vorhanden, aber auch in fast allen anderen Geweben, ausgenommen dem Gehirn. Durch einen Schmerzreiz wird ein Impuls ausgelöst, der durch schnelle A-delta-Fasern oder langsame C-Fastern an das Rückenmark weitergeleitet werden. Dort werden sie auf die 2. Neurone umgeschaltet, von der eine Nervenbahn zum Thalamus aufsteigt. Auf diesem Weg gibt der Vorderseitenstrang (Tractus spinothalamicus) Kollaterale an den Hirnstamm und dem aufsteigenden retikulären aktivierenden System (ARAS) ab, wodurch Atem- und Kreislaufzentrum sowie der Wachheitsgrad beeinflusst werden. Von der 2. Neurone aus führt eine Verbindung zu den motorischen und symphathischen Efferenzen, um motorische Fluchtreflexe und sympathische Reflexe auslösen zu können.
"Vom Thalamus laufen laterale Bahnen zum somatosensorischen Kortex, durch welchen Reizort, -stärke, -dauer und Art des Reizes wahrgenommen wird. Mediale Bahnen führen zum limbischen System zur affektiven Einordnung des Reizes."
Die Schmerzimpule werden auf verschiedenen Ebenen des zentralen Nervensystems gefiltert und moduliert. Besonders bedeutsam sind hierbei die deszendierende und segmentale Hemmmechanismen und endogene Opioide.[4]
Anhang
Anmerkungen
Einzelnachweise
- ↑ Pschyrembel. Klinisches Wörterbuch. Anästhesie. Seite 67.
- ↑ http://de.wikipedia.org/wiki/Spinalanästhesie#Übersicht_über_das_Verfahren Zugriff am 3.3.2014.
- ↑ Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Deutsche Stiftung Organtransplantation: Kein Weg zurück ..., Seite 24.
- ↑ Christiane Heck: Inhibition oder Alexithymie? Emotionale Regulation bei chronischem Schmerz - eine Studie zu psychosomatischen Prozessen bei chronischen Schmerzpatienten. Bonn 2007, 13.