Eva Dittmann: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Organspende-Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
(Die Seite wurde neu angelegt: „ == Schriften == === Organspende – Tod bei Bedarf? (2011) === 2011 veröffentlichte Eva Dittmann im "Forum Ethik - Impulse zur Orientierung" in der Reihe "T…“)
 
Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
Zeile 5: Zeile 5:
2011 veröffentlichte Eva Dittmann im "Forum Ethik - Impulse zur Orientierung" in der Reihe "Texte zur Diskussion Nr. 17" den Artikel "Organspende – Tod bei Bedarf?"<ref>Eva Dittmann: Organspende – Tod bei Bedarf?. In: Texte zur Diskussion Nr. 17. Nach: https://www.ethikinstitut.de/fileadmin/ethikinstitut/redaktionell/Texte_fuer_Forum_Ethik/17-Eva_Dittmann__Organspende.pdf Zugriff am 05.12.2019.</ref> Darin heißt es:
2011 veröffentlichte Eva Dittmann im "Forum Ethik - Impulse zur Orientierung" in der Reihe "Texte zur Diskussion Nr. 17" den Artikel "Organspende – Tod bei Bedarf?"<ref>Eva Dittmann: Organspende – Tod bei Bedarf?. In: Texte zur Diskussion Nr. 17. Nach: https://www.ethikinstitut.de/fileadmin/ethikinstitut/redaktionell/Texte_fuer_Forum_Ethik/17-Eva_Dittmann__Organspende.pdf Zugriff am 05.12.2019.</ref> Darin heißt es:


{{Zitat2|
{{Zitat2|Dieser wird  von  der  Bundesärztekammer  folgendermaßen  bestimmt:  'Der  Hirntod  wird definiert  als  der  Zustand  der  irreversibel erloschenen    Gesamtfunktion    des    Großhirns,  des  Kleinhirns  und  des  Stammhirns.'}}
 
Rechtskräftig und damit höherrangig, dazu noch seit 1997, ist der [[Hirntod]] in § 3 [[TPG]] definiert.
{{Zitat2|
 
{{Zitat2|
 
{{Zitat2|
 
{{Zitat2|
 
{{Zitat2|
 
{{Zitat2|
 
{{Zitat2|
 
{{Zitat2|
 
{{Zitat2|
 
{{Zitat2|
 
{{Zitat2|
 
{{Zitat2|
 
{{Zitat2|
 
{{Zitat2|
 
{{Zitat2|
 
{{Zitat2|
 
{{Zitat2|


{{Zitat2|
{{Zitat2|Die  weit  verbreitete Unsicherheit  in  Bezug  auf  die  Feststellung des  Todes  durch  das  Ganzhirntodkriterium führt dazu, dass viele Menschen der Organspende grundsätzlich kritisch gegen-überstehen.}}
Diese Unsicherheiten werden durch [[Halb- und Unwahrheiten]] erzeugt, u.a. auch in diesem Artikel.


{{Zitat2|
{{Zitat2| Darüber  hinaus  müssen  Transplantatempfänger  meist  ein  Leben  lang  mit Medikamenten  behandelt  werden,  die  das Immunsystem    hemmen    und    damit    die Gefahr    einer    Abstoßungsreaktion    reduzieren.}}
Alle Transplantierte müssen lebenslänglich die [[Immunsuppressiva]] einnehmen.


{{Zitat2|
{{Zitat2|Die  Aufgabe  der Allokation  liegt  dabei  nicht  in  den  Händen der  einzelnen  Mediziner  oder  Transplantationszentren, sondern wird von übergeordneten  nationalen  bzw.  internationalen  Institutionen  übernommen  (z.  B. Eurotransplant),  die  ihre  Entscheidungen vollkommen    neutral    und    unparteilich treffen müssen.}}
Die [[BÄK]] erstellt die [[Allokations-Regeln]], [[ET]] führt sie nur aus.


{{Zitat2|
{{Zitat2|Diskussionen darüber    sind    demnach    in    jedem    Fall berechtigt    und    sogar    erforderlich.}}
Wieso sind Diskussionen zur [[Allokation]] berechtigt oder sogar erforderlich?


{{Zitat2|
{{Zitat2|Die Entscheidung,  wer  das  größere  „Recht“  auf ein  Organ  hat,  ist  allerdings  nicht  leicht  zu fällen.}}
Ein Recht auf ein Organ gibt es nicht.


{{Zitat2|
{{Zitat2|... in  Ländern  wie Indien  das  ihnen  fehlende  Organ  für  wenig Geld  erkaufen:  der  sogenannte  'Organtourismus'.}}
Hier fehlt die Angabe, dass in Deutschland auch dieser "Organtourismus" bestraft wird, d.h. dass jemand in Deutschland vor Gericht gestellt wird, der im Ausland ein Organ "gekauft" hat.


{{Zitat2|
{{Zitat2|Immer  wieder  werden  ernstzunehmende Bedenken    gegen    das    Hirntodkriterium geäußert,  die  sich  inhaltlich  auf  verschiedenen  Ebenen  befinden.  Kritiker  nennen dabei  folgende  Argumente,  die  im  Folgenden untersucht werden sollen:}}
Die Bedenken werden genannt und damit multipliziert, aber nicht aufgelöst. Dies erweckt den Eindruck, dass die Verfasserin diese Bedenken teilt.


{{Zitat2|
{{Zitat2|Die Einführung dieser Definition kam von einer  Gruppe  Medizinern,  die  in  direkter Weise  mit  der  Transplantationsmedizin  in Verbindung  standen  (Harvard  Medical School).}}
In der [[Ad-Hoc-Kommission]] waren auch Juristen und Theologen.


{{Zitat2|
{{Zitat2|Die    Angst    vor    einer    unaufhaltsamen weiteren    Aufweichung    der    Todeskriterien.}}
Seit 1968 haben wir diese Hirntod-Definition. An ein Änderung wird noch immer nicht gedacht.


{{Zitat2|
{{Zitat2|Die  Unanschaulichkeit  des  Todes:  Hirntote sehen nicht tot aus!}}
Man kann den Hinterbliebenen den Hirntod jedoch durch verschiedene Tests aus der [[HTD]] den Hirntod nahe bringen.


{{Zitat2|
{{Zitat2|Behauptung:    Hirntote    sind    nicht    tot, sondern  Menschen  in  einem  irreversiblen Sterbeprozess.    Das    heißt,    sie    sind Lebende:  97%  des  Organismus  sind  noch lebendig.  Dabei  sind  Sterbende  noch  zu erstaunlichen  Dingen  fähig:  Fingernägel und  Haare  wachsen  weiter,  Verdauung, Reaktion auf Schmerzen, Erektion, Kinder gebären usw. }}
Siehe: [[Todesverständnis]], [[schwangere Hirntote]] und [[97%]]


{{Zitat2|
{{Zitat2|Die  Zentralstellung  des  Gehirns  für  die Koordination    aller    Teilfunktionen    des Organismus wird in Frage gestellt.}}
Ohne Gehirn sind wir nur ein Körper, kein Mensch.


{{Zitat2|
{{Zitat2|Die  Kompetenz  der  heutigen  Medizin: Wie  kann  man  sicherstellen,  dass  die Diagnosetechniken    und    Geräte    exakt genug  sind,  um  tatsächlich  das  Absterben aller Hirnfunktionen zu beurteilen?}}
Andere Nationen haben fast die gleichen Richtlinien für die [[HTD]], siehe: [[D/A/CH]].


{{Zitat2|
{{Zitat2|Beim  Hirntodkriterium  werden  Leib  und Seele  zu  stark  voneinander  getrennt.  Die Seele  wird  zu  sehr  auf  das  Gehirn  fixiert und  das  Menschsein  zu  stark  mit  höheren kognitiven und geistigen Fähigkeiten, also einem (Selbst)bewusstsein, in Verbindung gebracht.  Dies  führt  zu  einem  unreflektierten Dualismus, der im Widerspruch zur leib-seelischen    Einheit    des    Menschen  steht.}}
Das Herz ist dem Einsatz des 1. [[Kunstherz]]en nachweislich keinesfalls der Sitz der Seele. Und doch sehen viele Menschen den Herztod als den Tod des Menschen an. Wo also soll die Seele verortet sein, wenn nicht im Gehirn?


{{Zitat2|
{{Zitat2|Die  strikte  Parallelität  zwischen  Lebensanfang  und  Lebensende:  Wenn  menschliches Leben vom Abschluss der Befruchtung  uneingeschränkt  schützenswert  ist und  menschliche  Würde  hat,  kann  ein Hirntoter  nicht  tot  sein,  da  ein  Embryo noch  kein  Gehirn  hat  und  trotzdem  schon ein Mensch ist.}}
Siehe: [[Embryo]]


{{Zitat2|
{{Zitat2|Eine  Reduzierung  des  Menschen  auf seine  kognitivgeistigen  Fähigkeiten  bzw. seine  Bewusstseinsleistungen  wäre  dem-nach vollkommen unzulässig. }}
Hirntod ist mehr als nur ein irreversibles Koma. Siehe: [[Todesverständnis]]


{{Zitat2|
{{Zitat2|So steht das Wort für „Kehle“ auch für den „Atem“  oder  sogar  das  menschliche  Leben (1Mo  2,7;  Ps  63,2;  84,3  u.  a.).  Ähnliches gilt    für    Begriffe    wie    „Lebensodem“}}
{{Zitat2|Menschen  werden  in  der  Bibel  als  tot beschrieben,  wenn  ihnen  z.  B.  die nepeś (Kehle, Atem, Leben) genommen wird}}
Hirntoten ist die [[Eigenatmung]] [[erloschen]. Siehe: [[Apnoe-Test]]


{{Zitat2|
{{Zitat2|Auf  der  biologisch-medizinischen  Ebene bedeutet  dies,  dass  ein  funktionierender Organismus vorhanden sein muss, um diese leib-seelische    Einheit    zu    gewährleisten.}}
{{Zitat2|Nur durch die  Integration aller dieser Teile zum Organismus  ist  Leben  überhaupt  möglich.}}
Mit Eintritt des [[Hirntodes]] ist diese Einheit zerbrochen.


{{Zitat2|
{{Zitat|Diese Ausführungen zeigen, dass die Sorge vieler  Menschen,  aufgrund  ihrer  funktionstüchtigen  Organe  für  tot  erklärt  zu  werden, unbegründet    ist.}}
Siehe: [[Todesfeststellung]] und [[Todeserklärung]]


{{Zitat2|
{{Zitat|Desgleichen werden    auch    die    Identität    und    die Einmaligkeit  des  Organempfängers  nicht durch  den  Empfang  eines  fremden  Organs beeinträchtigt.}}


{{Zitat2|
{{Zitat2|


{{Zitat2|





Aktuelle Version vom 7. Dezember 2019, 20:37 Uhr


Schriften

Organspende – Tod bei Bedarf? (2011)

2011 veröffentlichte Eva Dittmann im "Forum Ethik - Impulse zur Orientierung" in der Reihe "Texte zur Diskussion Nr. 17" den Artikel "Organspende – Tod bei Bedarf?"[1] Darin heißt es:

Dieser wird von der Bundesärztekammer folgendermaßen bestimmt: 'Der Hirntod wird definiert als der Zustand der irreversibel erloschenen Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Stammhirns.'

Rechtskräftig und damit höherrangig, dazu noch seit 1997, ist der Hirntod in § 3 TPG definiert.

Die weit verbreitete Unsicherheit in Bezug auf die Feststellung des Todes durch das Ganzhirntodkriterium führt dazu, dass viele Menschen der Organspende grundsätzlich kritisch gegen-überstehen.

Diese Unsicherheiten werden durch Halb- und Unwahrheiten erzeugt, u.a. auch in diesem Artikel.

Darüber hinaus müssen Transplantatempfänger meist ein Leben lang mit Medikamenten behandelt werden, die das Immunsystem hemmen und damit die Gefahr einer Abstoßungsreaktion reduzieren.

Alle Transplantierte müssen lebenslänglich die Immunsuppressiva einnehmen.

Die Aufgabe der Allokation liegt dabei nicht in den Händen der einzelnen Mediziner oder Transplantationszentren, sondern wird von übergeordneten nationalen bzw. internationalen Institutionen übernommen (z. B. Eurotransplant), die ihre Entscheidungen vollkommen neutral und unparteilich treffen müssen.

Die BÄK erstellt die Allokations-Regeln, ET führt sie nur aus.

Diskussionen darüber sind demnach in jedem Fall berechtigt und sogar erforderlich.

Wieso sind Diskussionen zur Allokation berechtigt oder sogar erforderlich?

Die Entscheidung, wer das größere „Recht“ auf ein Organ hat, ist allerdings nicht leicht zu fällen.

Ein Recht auf ein Organ gibt es nicht.

... in Ländern wie Indien das ihnen fehlende Organ für wenig Geld erkaufen: der sogenannte 'Organtourismus'.

Hier fehlt die Angabe, dass in Deutschland auch dieser "Organtourismus" bestraft wird, d.h. dass jemand in Deutschland vor Gericht gestellt wird, der im Ausland ein Organ "gekauft" hat.

Immer wieder werden ernstzunehmende Bedenken gegen das Hirntodkriterium geäußert, die sich inhaltlich auf verschiedenen Ebenen befinden. Kritiker nennen dabei folgende Argumente, die im Folgenden untersucht werden sollen:

Die Bedenken werden genannt und damit multipliziert, aber nicht aufgelöst. Dies erweckt den Eindruck, dass die Verfasserin diese Bedenken teilt.

Die Einführung dieser Definition kam von einer Gruppe Medizinern, die in direkter Weise mit der Transplantationsmedizin in Verbindung standen (Harvard Medical School).

In der Ad-Hoc-Kommission waren auch Juristen und Theologen.

Die Angst vor einer unaufhaltsamen weiteren Aufweichung der Todeskriterien.

Seit 1968 haben wir diese Hirntod-Definition. An ein Änderung wird noch immer nicht gedacht.

Die Unanschaulichkeit des Todes: Hirntote sehen nicht tot aus!

Man kann den Hinterbliebenen den Hirntod jedoch durch verschiedene Tests aus der HTD den Hirntod nahe bringen.

Behauptung: Hirntote sind nicht tot, sondern Menschen in einem irreversiblen Sterbeprozess. Das heißt, sie sind Lebende: 97% des Organismus sind noch lebendig. Dabei sind Sterbende noch zu erstaunlichen Dingen fähig: Fingernägel und Haare wachsen weiter, Verdauung, Reaktion auf Schmerzen, Erektion, Kinder gebären usw.

Siehe: Todesverständnis, schwangere Hirntote und 97%

Die Zentralstellung des Gehirns für die Koordination aller Teilfunktionen des Organismus wird in Frage gestellt.

Ohne Gehirn sind wir nur ein Körper, kein Mensch.

Die Kompetenz der heutigen Medizin: Wie kann man sicherstellen, dass die Diagnosetechniken und Geräte exakt genug sind, um tatsächlich das Absterben aller Hirnfunktionen zu beurteilen?

Andere Nationen haben fast die gleichen Richtlinien für die HTD, siehe: D/A/CH.

Beim Hirntodkriterium werden Leib und Seele zu stark voneinander getrennt. Die Seele wird zu sehr auf das Gehirn fixiert und das Menschsein zu stark mit höheren kognitiven und geistigen Fähigkeiten, also einem (Selbst)bewusstsein, in Verbindung gebracht. Dies führt zu einem unreflektierten Dualismus, der im Widerspruch zur leib-seelischen Einheit des Menschen steht.

Das Herz ist dem Einsatz des 1. Kunstherzen nachweislich keinesfalls der Sitz der Seele. Und doch sehen viele Menschen den Herztod als den Tod des Menschen an. Wo also soll die Seele verortet sein, wenn nicht im Gehirn?

Die strikte Parallelität zwischen Lebensanfang und Lebensende: Wenn menschliches Leben vom Abschluss der Befruchtung uneingeschränkt schützenswert ist und menschliche Würde hat, kann ein Hirntoter nicht tot sein, da ein Embryo noch kein Gehirn hat und trotzdem schon ein Mensch ist.

Siehe: Embryo

Eine Reduzierung des Menschen auf seine kognitivgeistigen Fähigkeiten bzw. seine Bewusstseinsleistungen wäre dem-nach vollkommen unzulässig.

Hirntod ist mehr als nur ein irreversibles Koma. Siehe: Todesverständnis

So steht das Wort für „Kehle“ auch für den „Atem“ oder sogar das menschliche Leben (1Mo 2,7; Ps 63,2; 84,3 u. a.). Ähnliches gilt für Begriffe wie „Lebensodem“
Menschen werden in der Bibel als tot beschrieben, wenn ihnen z. B. die nepeś (Kehle, Atem, Leben) genommen wird

Hirntoten ist die Eigenatmung [[erloschen]. Siehe: Apnoe-Test

Auf der biologisch-medizinischen Ebene bedeutet dies, dass ein funktionierender Organismus vorhanden sein muss, um diese leib-seelische Einheit zu gewährleisten.
Nur durch die Integration aller dieser Teile zum Organismus ist Leben überhaupt möglich.

Mit Eintritt des Hirntodes ist diese Einheit zerbrochen.

Diese Ausführungen zeigen, dass die Sorge vieler Menschen, aufgrund ihrer funktionstüchtigen Organe für tot erklärt zu werden, unbegründet ist.

Siehe: Todesfeststellung und Todeserklärung

Desgleichen werden auch die Identität und die Einmaligkeit des Organempfängers nicht durch den Empfang eines fremden Organs beeinträchtigt.

{{Zitat2|





Anhang

Anmerkungen


Einzelnachweise

  1. Eva Dittmann: Organspende – Tod bei Bedarf?. In: Texte zur Diskussion Nr. 17. Nach: https://www.ethikinstitut.de/fileadmin/ethikinstitut/redaktionell/Texte_fuer_Forum_Ethik/17-Eva_Dittmann__Organspende.pdf Zugriff am 05.12.2019.