Manfred Balkenohl

Aus Organspende-Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Manfred Balkenohl (*1936) ist ein katholischer Theologe.

Manfred Balkenohl studierte Theologie, Psychologie, Philosophie, Pädagogik, Germanistik und Geschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Daraufhin nahm er eine wissenschaftliche Tätigkeit dort wahr. Ferner war er Lehrer am Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium in Münster.
Manfred Balkenohl ist katholisch, verheiratet und Vater von vier Söhnen.

1969 Dozent für Anthropologie und Theologie beim Deut-schen Institut für Wissenschaftliche Pädagogik, Münster. 1973Dozent für die Aus- und Weiterbildung Kirchlicher Mitarbeiter(Referenten, Diakone, Katecheten) beim Bistum Osnabrück.Lehrbeauftragter für Christliche Sozialwissenschaften an derUniversität Osnabrück. 1976 Professor für Systematische Theo-logie: Moraltheologie im Fachbereich Katholische Theologie anden Universitäten Osnabrück und Vechta.[1]

Schriften

Der Hirntod – Zur Problematik einer neuen Todesdefinition (2007)

Der Hirntod – Zur Problematik einer neuen Todesdefinition (2007)

Der umstrittene Hirntod (o.J.)

Am 12.06.2001 erschien bei KAO von Manfred Balkenohl der Artikel "Der umstrittene Hirntod".[2] Darin heißt es:

Oder wenn der Tod irreversibel Geschädigter "weisheitsvoll" definiert wird.

Siehe: Todesverständnis

Das war in der Vergangenheit weltweit einheitlich unumstritten und ohne erhebliche Kontroversen möglich.

Siehe: Todesfeststellung

Das Augenmerk ist vor allem zu richten auf den Terminus: "Vorliegen einer schweren Hirnschädigung". In der 254. Auflage dieses Wörterbuches war noch von "Teilhirntod" die Rede. In den neueren Auflagen entfällt unter "Koma" der Unterbegriff "irreversibles Koma". Das "Vorliegen einer schweren Hirnschädigung" wird hier also dem Terminus "Hirntod" zugrunde gelegt. Es kommt noch hinzu, daß der "Hirntod" in der ganzen Welt keineswegs einheitlich definiert wird. Auch daher werden ethische Fragestellungen unumgänglich.

Ungeschickte Formulierungen ändern nichts an der Tatsache. Siehe: korrekte Sprache

Es geht also darum, das bis dahin "irreversible Koma" als neue Definition des Todes anzuerkennen ...

Siehe: Ad-Hoc-Kommission

Mit anderen Worten geht es also darum, "den Zeitpunkt der Todeserklärung vorzuverlegen

Siehe: Vorverlegung

Denn wenn der Tod neu definiert worden ist und die entsprechenden Formalitäten erfüllt sind, ist der komatöse Patient plötzlich - und zwar durch Unterschriften - kein Patient mehr, sondern ein Leichnam. Ihm ist der Leichnam-Status nicht nur zugestanden, sondern aufgezwungen, aufoktroyiert worden.
Der Patient konnte sich wegen seines komatösen Zustandes nicht dagegen wehren.
Warum soll denn eigentlich der komatöse Patient, dessen Herz- und Atmungstätigkeit künstlich unterstützt werden, kein Leben mehr haben, also tot sein?

Siehe: Koma, Hirntod, Todesdefinition

Der mit Ausnahme des Gehirns funktionierende Organismus ist für tot erklärt worden.

Siehe: Todesfeststellung, Todeserklärung

Die Grenze zwischen Leben und Tod ist nun einmal nicht mit Sicherheit nachzuzeichnen.
Durch die heute immer weiter ausgreifenden Explantationen von Organen unter bewußter Ausnützung der Verwischung der Grenzen zwischen Leben und Tod des Spenders, und zwar dadurch, daß man ebenfalls bewußt und manipulativ den definitorischen Übergang von der Feststellung des "irreversiblen Komas" zur Feststellung des "Hirntodes" vollzieht, auch dadurch betätigt sich heute keineswegs eine humane, jedenfalls aber eine technisierte Medizin.

Siehe: Todesdefinition

Das Leben von Menschen auf meßbare Hirnströme zu reduzieren, ist von vornherein anthropologisch fragwürdig, ja unstatthaft, ...
. Es kann mehr als vermutet werden, daß zahlreiche Menschen zum Zwecke der Organtransplantation zu Tode definiert worden sind, auch darum, weil elektronische Apparate gewünschte (oder auch nicht gewünschte!) Hirnströme noch nicht aufzeichnen konnten.
"Von Patienten, die ein isoelektrisches Elektroenzephalogramm (Nullinie) gehabt haben, weiß man, daß sie wieder genasen."
Selbst wenn es möglich wäre, menschliches Versagen im medizinischen Bereich auszuschließen, so mag doch niemand für die Zuverlässigkeit von Apparaten garantieren.

Siehe: Nullsummenzustand

Und es kommt, am Rande gesagt, noch hinzu, daß die Apparate, welche die Hirnströme messen (EEG), nicht von Medizinern, sondern von Elektronikern hergestellt worden sind.

Siehe: BÄK 1997, BÄK 1998, BÄK 2015

Mediziner sind also insofern durchaus fremdgesteuert - übrigens hinsichtlich der Pharmazie ebenfalls.
Elektroniker aber sind es heute u. a. auch, welche auf die grundsätzliche Unzuverlässigkeit von Apparaten aufmerksam machen und vor allem darauf, daß heute vieles meßbar ist, was vor kurzem elektronisch noch nicht wahrgenommen werden konnte.
Und der Insider kennt darüber hinaus grundsätzlich und in jedem Einzelfall die Unzuverlässigkeit von Apparaten.

Siehe: Verschwörungstheorie

Im Verlauf der Aussprache meldete sich eine Operationsschwester mit langjähriger Berufserfahrung zu Wort, nannte ihren Namen, ihre Anschrift und ihre ehemalige Arbeitsstelle. Sie teilte mit, daß ein Patient auf Organe eines "Hirntoten" gewartet habe. Die Transplantation habe noch nicht stattfinden können, weil eine Infektion bei dem aufnahmebereiten Patienten aufgetreten sei. Man habe also warten müssen. In dieser Zwischenzeit nun sei der "Hirntote" erwacht. Er lebe heute gesund im Ort X., Name und Anschrift des ehemals "Hirntoten" wurden öffentlich mitgeteilt.

Siehe: lebende Hirntote

Komatöse Patienten, die kraft Definition als tot gelten, gelten nun ebenfalls definitiv nicht mehr als Patienten, sondern als Leichname, ...
Der komatöse Patient hat weitgehend keine Chance mehr zu leben, er ist zur "postmodernen Leiche" geworden.

Siehe: Koma, Hirntod

97 % des Organismus sind beim Hirntod noch lebendig.

Siehe: 97%

Es ist eine metaphorische Leistung, in solch einer Situation doch vom Tod des Gesamtorganismus reden zu wollen ...
Das Problem, um das es sich hier handelt, ist dieses: Menschen, die sich im Prozeß des Sterbens befinden, dürfen auch aus pragmatischem Interesse nicht als tot deklariert werden.

Siehe: Todesverständnis

Mit großer Sicherheit hat auch das totgesagte Gehirn noch die Qualität des Lebendigen, denn ein Leichenteil im Organismus würde dessen baldigen Tod verursachen.
Der Stillstand der Hirnfunktion ist nicht das gleiche wie die Zerstörung des Gehirns. Ein Patient mit einer Zerstörung des Gesamthirns ist höchstens tödlich verwundet, aber noch nicht tot.

Siehe: Autolyse

So gibt es bei "Hirntoten" das sog. Lazarus-Syndrom, worunter man versteht, daß der Totgesagte die Krankenschwester etwa umarmt, wenn sie das Bett aufschüttelt.
Des weiteren kann es bei "hirntoten" Männern zu dauerhaften Erektionen kommen, so daß sie unter gewissen Umständen noch Kinder zeugen könnten.

Siehe: spinale Reflexe

Man spricht bezeichnenderweise vom "Hirntodsyndrom", obwohl man im allgemeinen unter "Syndrom" ein Krankheitsbild versteht,17 welches am lebenden Menschen diagnostiziert wird. Den Tod als Krankheitsbild zu deklarieren, gehört in der Tat zu einer postmodernen Medizin.

Siehe: korrekte Sprache

Und was "hirntoten" Männern recht ist, das ist "hirntoten" Frauen billig. Denn sie können u. U. als moderne "Zombies" oder "Untote", wie man sie auch schon tituliert hat, noch Kinder gebären.

Siehe: schwangere Hirntote

Die Erlanger Rettungsaktion hat aber unmißverständlich erwiesen, daß diese Frau keine Leiche war, daß also eine Leiche kein Kind gebären kann. Und eine Spontangeburt ist ohne Einwirkung und Steuerung des totgeglaubten Gehirns ebenfalls nicht möglich.

Siehe: Spontangeburt

Selbst wenn die von Menschen festgesetzten Kriterien für den "Hirntod" erfüllt werden, bleibt der Patient durch lebenserhaltende Maßnahmen noch eine Zeitlang am Leben, denn `viele Systeme arbeiten in gegenseitiger Abhängigkeit einschließlich das Cardiovascular-System (Herz-Kreislauf-System), das Drüsensystem mit Absonderungen nach außen und innen, das Ausscheidungssystem und das Verdauungssystem. Mit anderen Worten: Die Körperfunktionen und die Einheit des Körpers bestehen noch.

Siehe: Leben der Hirntoten

Angesichts solcher weltweit diskutierten Problemkreise hat Papst Johannes Paul II. an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kongresses der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften vom 14. Dezember 1989 eine beachtenswerte Ansprache gehalten. Es handelt sich hier um ein ermutigendes Wort des Papstes in einer Zeit, die ganz überwiegend von Utilitarismus und Pragmatismus gekennzeichnet ist. Das Problem des Augenblicks des Todes hat in der Tat "auf praktischer Ebene schwerwiegende Folgen".

Siehe: PAS 1989

0

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|

{{Zitat2|


Reflexion zu den Entwürfen einer Bioethik-Konvention

Manfred Balkenohl veröffentlichte in der "Schriftenreihe der Aktion Leben" im Heft Nr. 3 (4. Auflage) mit dem Thema "Reflexionen zu den Entwürfen einer Bioethik-Konvention".[3] Darin heißt es:

Die Probleme der Organtransplantation sind in die Konvention gar nicht erst aufgenommen worden, die Frage etwa nach dem Zustand der als „hirntot“ definierten komatösen Patienten. (19)

Siehe: Koma Hirntod

Und es ist gar nicht einzusehen, daß dieser Gesamtbereich manipulativ ausgeblendet wird. (19)

Siehe: Chronik/Hirntod, Todesdefinition

... werden mit dem Ziel, die gegenwärtige „Kultur des Todes“, die „Verschwörung gegen das Leben“ zu beenden und das „Heiligtum des Lebens“ wieder zu entdecken, um an die Enzyklika „Evangelium vitae“ zu erinnern. (19)

rigth Es sind die Kritiker, die hier eine Verschwörungstheorie betreiben, indem sie medizinische Erkenntnisse über den Hirntod sowie die Chronik/Hirntod ausblenden: 1960 wurde nachweislich nach Feststellung des Hirntodes Therapieende durchgeführt. 1968 wurde die Havard-Papier verabschiedet. Siehe: Evangelium vitae

Anhang

Anmerkungen


Einzelnachweise

  1. Manfred Balkenohl: Der Hirntod – Zur Problematik einer neuen Todesdefinition. In: Theologisches 39 (2007), 51. Nach: http://www.theologisches.net/files/Theol1-2_2007.pdf Zugriff am 10.10.2020.
  2. Manfred Balkenohl: Der umstrittene Hirntod. Nach: http://web.archive.org/web/20010712211239/http://initiative-kao.de:80/Der_umstrittene_Hirntod.htm Zugriff am 01.06.2020.
  3. xyz://www.aktion-leben.de/BAK/Downloads/Medienliste/h-003.pdf Zugriff am 18.01.2019.