Joachim Piegsa: Unterschied zwischen den Versionen

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2009 veröffentlichte Joachim  Piegsa den Artikel "Ist der Hirntod der Tod des ganzen Menschen?"<ref>Joachim  Piegsa: Ist der Hirntod der Tod des ganzen Menschen? In: Gerhard Stumpf: Irregeleiteter Fortschritt. Augsburg 2009, 145-160. Nach: http://www.ik-augsburg.de/pdf/berichte/Buch2009.pdf Zugriff am 22.05.2020.</ref> Darin heißt es:
2009 veröffentlichte Joachim  Piegsa den Artikel "Ist der Hirntod der Tod des ganzen Menschen?"<ref>Joachim  Piegsa: Ist der Hirntod der Tod des ganzen Menschen? In: Gerhard Stumpf: Irregeleiteter Fortschritt. Augsburg 2009, 145-160. Nach: http://www.ik-augsburg.de/pdf/berichte/Buch2009.pdf Zugriff am 22.05.2020.</ref> Darin heißt es:


{{ZItat2|Der  Mediziner  ist  dann nur  noch  Mechaniker  einer  Apparatemedizin,  der  Reparaturen vornimmt    oder    Ersatzteile    austauscht.    Die    persönliche Diagnosefähigkeit  wird  überflüssig. (145)}}
{{Zitat2|Der  Mediziner  ist  dann nur  noch  Mechaniker  einer  Apparatemedizin,  der  Reparaturen vornimmt    oder    Ersatzteile    austauscht.    Die    persönliche Diagnosefähigkeit  wird  überflüssig. (145)}}
Jede [[HTD]] wird von 2 Ärzten sehr persönlich durchgeführt. Siehe: [[Diffamierung]]
Jede [[HTD]] wird von 2 Ärzten sehr persönlich durchgeführt. Siehe: [[Diffamierung]]


{{ZItat2|Jedoch  diese  begrenzte  Sicht  genügt  nicht,  wenn  unsere  Welt  human  bleiben soll. (148)}}
{{Zitat2|Jedoch  diese  begrenzte  Sicht  genügt  nicht,  wenn  unsere  Welt  human  bleiben soll. (148)}}
[[Therapieende]] bei [[Hirntoten]] ist praktizierte [[Humanität]].
[[Therapieende]] bei [[Hirntoten]] ist praktizierte [[Humanität]].


{{ZItat2|Heute  wissen  wir:  „Atmung,  Kreislauf  und  Gehirntätigkeit  sind  die  drei  großen  Funktionssysteme. (148)}}
{{Zitat2|Heute  wissen  wir:  „Atmung,  Kreislauf  und  Gehirntätigkeit  sind  die  drei  großen  Funktionssysteme. (148)}}
Das wusste bereits bereits im 2. Jh. [[Galenos]]. [[Xavier Bichat]] bewies dies 1800.
Das wusste bereits bereits im 2. Jh. [[Galenos]]. [[Xavier Bichat]] bewies dies 1800.


{{ZItat2|Der  medizinische  Fortschritt  erlaubt  es,  den  Zusammenbruch des Herz-Kreislaufsystems  –  als  klinischer  Tod  oder  Herztod  bezeichnet  –  zu  diagnostizieren  und  durch  eine  fortgeschrittene Reanimationstechnik  samt  Herz-Lungen-Maschine  zu  beheben. (148)}}
{{Zitat2|Der  medizinische  Fortschritt  erlaubt  es,  den  Zusammenbruch des Herz-Kreislaufsystems  –  als  klinischer  Tod  oder  Herztod  bezeichnet  –  zu  diagnostizieren  und  durch  eine  fortgeschrittene Reanimationstechnik  samt  Herz-Lungen-Maschine  zu  beheben. (148)}}
[[Hirntote]] benötigen keine [[Herz-Lungen-Maschine]], sondern nur eine [[künstliche Beatmung]].
[[Hirntote]] benötigen keine [[Herz-Lungen-Maschine]], sondern nur eine [[künstliche Beatmung]].


{{ZItat2|Es  handelt  sich  somit  bei einem  Zusammenbruch  des  Herz-Kreislaufsystems  um  einen Sterbenden,  aber    nicht  um  einen  Toten.  Ähnliches  geschieht  bei einer  Herztransplantation.  Der  Empfänger  existiert  kurze  Zeit ohne  eigenes  Herz,  ist  jedoch  nicht  vorübergehend  tot  und  wird somit  auch  nicht  wieder  zum  Leben  erweckt. (149)}}
{{Zitat2|Es  handelt  sich  somit  bei einem  Zusammenbruch  des  Herz-Kreislaufsystems  um  einen Sterbenden,  aber    nicht  um  einen  Toten.  Ähnliches  geschieht  bei einer  Herztransplantation.  Der  Empfänger  existiert  kurze  Zeit ohne  eigenes  Herz,  ist  jedoch  nicht  vorübergehend  tot  und  wird somit  auch  nicht  wieder  zum  Leben  erweckt. (149)}}
Siehe: [[Irreversibilität]]
Siehe: [[Irreversibilität]]


{{ZItat2|Der  Nobelpreisträger,  Hans  Jonas,  bemängelte  1985, dass „externe  Interessen“,  nämlich  das  Interesse  möglichst  frische,  funktionsfähige  Organe  für  eine  Transplantation  zu  erhalten,  das  sachliche  Urteil  über  den  Hirntod  trüben. (149)}}
{{Zitat2|Der  Nobelpreisträger,  Hans  Jonas,  bemängelte  1985, dass „externe  Interessen“,  nämlich  das  Interesse  möglichst  frische,  funktionsfähige  Organe  für  eine  Transplantation  zu  erhalten,  das  sachliche  Urteil  über  den  Hirntod  trüben. (149)}}
[[Hans Jonas]] wurde nie mit dem [[Nobelpreis]] ausgezeichnet. - Siehe: [[Chronik/Hirntod]]
[[Hans Jonas]] wurde nie mit dem [[Nobelpreis]] ausgezeichnet. - Siehe: [[Chronik/Hirntod]]


{{ZItat2|In  der  Tat  wird  im  Fall  einer  angestrebten  Organtransplantation „die  Hirntod-Diagnostik  an  einen  Zweck  gekoppelt,  also  instrumentalisiert“. (150)}}
{{Zitat2|In  der  Tat  wird  im  Fall  einer  angestrebten  Organtransplantation „die  Hirntod-Diagnostik  an  einen  Zweck  gekoppelt,  also  instrumentalisiert“. (150)}}
Siehe: [[Instrumentatlisierung]]
Siehe: [[Instrumentatlisierung]]


{{ZItat2|Der  Organspender  soll  „so  tot  wie  nötig“,  undseine  Organe  „so  lebendig  wie  möglich“  sein. (150)}
{{Zitat2|Der  Organspender  soll  „so  tot  wie  nötig“,  undseine  Organe  „so  lebendig  wie  möglich“  sein. (150)}
{{ZItat2|Wenn  die  intensive  Weiterbehandlung  lediglich  einer  Verlängerung  des  Sterbeprozesses  gleichkommt,  und  das  ist  nach  dem Hirntod  der  Fall,  darf  aus  ethischer  Sicht  auf  „Maßnahmen  zur Verlängerung  des  Lebens“,  die „nur  den  Todeseintritt  verlängern“,  verzichtet  werden. (150)}}
{{Zitat2|Wenn  die  intensive  Weiterbehandlung  lediglich  einer  Verlängerung  des  Sterbeprozesses  gleichkommt,  und  das  ist  nach  dem Hirntod  der  Fall,  darf  aus  ethischer  Sicht  auf  „Maßnahmen  zur Verlängerung  des  Lebens“,  die „nur  den  Todeseintritt  verlängern“,  verzichtet  werden. (150)}}
{{ZItat2|Jedoch  das  Gegenteil,  nämlich  die  Tötung  eines  Menschen durch  Organentnahme  –  auch  für  den  guten  Zweck  der  Lebensrettung  eines  anderen  –,    ist  ethisch  nicht  vertretbar. (153)}}
{{Zitat2|Jedoch  das  Gegenteil,  nämlich  die  Tötung  eines  Menschen durch  Organentnahme  –  auch  für  den  guten  Zweck  der  Lebensrettung  eines  anderen  –,    ist  ethisch  nicht  vertretbar. (153)}}
Siehe: [[Todesverständnis]]
Siehe: [[Todesverständnis]]


{{ZItat2|Drei  Gegebenheiten  müssen  zur  sicheren  Feststellung  des  Todesbelegt  werden:  „Bewusstlosigkeit  mit  (mittel-)  weiten,  starren Pupillen,  Verlust  der  Hirnstamm-Reflexe  und  Atemstillstand“. (152)}}
{{Zitat2|Drei  Gegebenheiten  müssen  zur  sicheren  Feststellung  des  Todesbelegt  werden:  „Bewusstlosigkeit  mit  (mittel-)  weiten,  starren Pupillen,  Verlust  der  Hirnstamm-Reflexe  und  Atemstillstand“. (152)}}
Zur [[HTD]] gehört weitaus mehr: [[Voraussetzungen]], [[Klinische Symptome]], [[Irreversibilität]]
Zur [[HTD]] gehört weitaus mehr: [[Voraussetzungen]], [[Klinische Symptome]], [[Irreversibilität]]


{{ZItat2|Eine  junge  schwangere  Frau  erlitt durch  einen  Autounfall  den  Ganzhirntod.  Jedoch  ein  Erlanger Ärzteteam  konnte  den  Fötus  der  ganz hirntoten  Mutter  noch  40 Tage  am  Leben  erhalten.  Danach  trat  eine  Fehlgeburt  ein. (153)}}
{{Zitat2|Eine  junge  schwangere  Frau  erlitt durch  einen  Autounfall  den  Ganzhirntod.  Jedoch  ein  Erlanger Ärzteteam  konnte  den  Fötus  der  ganz hirntoten  Mutter  noch  40 Tage  am  Leben  erhalten.  Danach  trat  eine  Fehlgeburt  ein. (153)}}
{{ZItat2|Kann  eine  Tote  schwanger  bleiben?  Sicher  nicht! Die  Schwangerschaft  ist  nämlich  ein  komplexer  Prozess,  der  das Zusammenwirken  mehrerer  Organe  erfordert. (153)}}
{{Zitat2|Kann  eine  Tote  schwanger  bleiben?  Sicher  nicht! Die  Schwangerschaft  ist  nämlich  ein  komplexer  Prozess,  der  das Zusammenwirken  mehrerer  Organe  erfordert. (153)}}
Siehe: [[Marion Ploch]], [[schwangeres Hirntote]]
Siehe: [[Marion Ploch]], [[schwangeres Hirntote]]


{{ZItat2|Darf  man  also Sterbende  durch  die  Hinauszögerung  ihres  Todeszeitpunktes  in eine  Organbank  verwandeln? (153)}}
{{Zitat2|Darf  man  also Sterbende  durch  die  Hinauszögerung  ihres  Todeszeitpunktes  in eine  Organbank  verwandeln? (153)}}
Siehe: [[Diffamierung]]
Siehe: [[Diffamierung]]


{{ZItat2|Nach  Ansicht  eines  Neurochirurgen  ist  nämlich  zu  beachten,dass  „nicht  alle  Teile  des  Großhirns  Bewusstsein  erzeugen,andererseits  sind  gewisse  Hirnstamm-Anteile  für  bewusstes  Sein unverzichtbar“. (154)}}
{{Zitat2|Nach  Ansicht  eines  Neurochirurgen  ist  nämlich  zu  beachten,dass  „nicht  alle  Teile  des  Großhirns  Bewusstsein  erzeugen,andererseits  sind  gewisse  Hirnstamm-Anteile  für  bewusstes  Sein unverzichtbar“. (154)}}
Siehe: [[Gesamthirntod]]
Siehe: [[Gesamthirntod]]


{{ZItat2|Das  Sterben  ist    nämlich  –  im  Unterschied  zum  Tod  –  ein  Prozess,  der  biologisch-medizinisch  umschrieben  und  apparativ  festgestellt  werden  kann,  der  Tod  dagegen  nicht,  denn  er  ist  ein  „momentanes  Ereignis“,  das  kein  Apparat punktgenau anzuzeigen  vermag. (155)}}
{{Zitat2|Das  Sterben  ist    nämlich  –  im  Unterschied  zum  Tod  –  ein  Prozess,  der  biologisch-medizinisch  umschrieben  und  apparativ  festgestellt  werden  kann,  der  Tod  dagegen  nicht,  denn  er  ist  ein  „momentanes  Ereignis“,  das  kein  Apparat punktgenau anzuzeigen  vermag. (155)}}
Jede [[Todesfeststellung]] erfolgt [[post mortem]].
Jede [[Todesfeststellung]] erfolgt [[post mortem]].


{{ZItat2|Dem heut    vorherrschenden    empirisch-pragmatischen    Menschenbild,das  den  geistigen  Bereich  ausklammert,  entspricht  die  empirisch-pragmatische  Gleichsetzung  des  Ganzhirntodes  mit  dem Tod  des  ganzen  Menschen. (155)}}
{{Zitat2|Dem heut    vorherrschenden    empirisch-pragmatischen    Menschenbild,das  den  geistigen  Bereich  ausklammert,  entspricht  die  empirisch-pragmatische  Gleichsetzung  des  Ganzhirntodes  mit  dem Tod  des  ganzen  Menschen. (155)}}
{{ZItat2|Es  wäre  falsch,  in  einem  so  wichtigen  Problembereich  vorschnell  von  Sicherheit  zu  sprechen,  so-lange  aus  einer  ganzheitlichen  Sicht  des  Menschen  noch  ernst-hafte  Bedenken  vorgebracht  werden  müssen. (155)}}
{{Zitat2|Es  wäre  falsch,  in  einem  so  wichtigen  Problembereich  vorschnell  von  Sicherheit  zu  sprechen,  so-lange  aus  einer  ganzheitlichen  Sicht  des  Menschen  noch  ernst-hafte  Bedenken  vorgebracht  werden  müssen. (155)}}
Jedem [[Hirntoten]] ist sein [[Geist]] [[erloschen]].
Jedem [[Hirntoten]] ist sein [[Geist]] [[erloschen]].


{{ZItat|Der  Hirntod  ist  eine  empirisch  überprüfbare Sachaussage,  der  Personaltod  dagegen  –  d.h.  der  Tod des  ganzen  Menschen,  der  Individualtod  –  ist  eine  Bewertung dieser  Sachaussage,  wobei  vom  vorausgesetzten  Menschenbild ausgegangen  wird. (155)}}
{{ZItat|Der  Hirntod  ist  eine  empirisch  überprüfbare Sachaussage,  der  Personaltod  dagegen  –  d.h.  der  Tod des  ganzen  Menschen,  der  Individualtod  –  ist  eine  Bewertung dieser  Sachaussage,  wobei  vom  vorausgesetzten  Menschenbild ausgegangen  wird. (155)}}


{{ZItat2|Demgegenüber  meinte  einige  Jahre  später  (1996)  Kardinal Meisner:  „Die  Identifikation  des  Hirntods  mit  dem  Tod  des  Menschen  ist  aus  christlicher  Sicht,  beim  derzeitigen  Stand  der  Debatte,  nicht  mehr  vertretbar.“ Robert  Spaemann,  Mitglied  der Päpstlichen  Akademie  der  Wissenschaften,  veröffentlichte  im Februar  2005  den  Beitrag  „Der  Hirntod  ist  nicht  der  Tod“.  (156)}}
{{Zitat2|Demgegenüber  meinte  einige  Jahre  später  (1996)  Kardinal Meisner:  „Die  Identifikation  des  Hirntods  mit  dem  Tod  des  Menschen  ist  aus  christlicher  Sicht,  beim  derzeitigen  Stand  der  Debatte,  nicht  mehr  vertretbar.“ Robert  Spaemann,  Mitglied  der Päpstlichen  Akademie  der  Wissenschaften,  veröffentlichte  im Februar  2005  den  Beitrag  „Der  Hirntod  ist  nicht  der  Tod“.  (156)}}
Siehe: [[EKD DBK 1990]], [[DBK 2015]], [[PAS]]
Siehe: [[EKD DBK 1990]], [[DBK 2015]], [[PAS]]


{{ZItat2|Im  September2008  erklärte  die  Soziologin  Lucetta  Scaraffia  im  L ́Osservatore Romano,  wenn  die  katholische  Kirche  an  einer  „umfassenden und  absoluten  Verteidigung  des  menschlichen  Lebens“  festhalte, komme  sie  in  Konflikt  mit  der  Gehirntoddefinition,  der  zufolge die  Würde  der  menschlichen  Person  mit  dem  Funktionieren  des Gehirns  identifiziert  werde. (156)}}
{{Zitat2|Im  September2008  erklärte  die  Soziologin  Lucetta  Scaraffia  im  L ́Osservatore Romano,  wenn  die  katholische  Kirche  an  einer  „umfassenden und  absoluten  Verteidigung  des  menschlichen  Lebens“  festhalte, komme  sie  in  Konflikt  mit  der  Gehirntoddefinition,  der  zufolge die  Würde  der  menschlichen  Person  mit  dem  Funktionieren  des Gehirns  identifiziert  werde. (156)}}
Siehe: [[Lucetta  Scaraffia]]
Siehe: [[Lucetta  Scaraffia]]


{{ZItat2|... gleichzeitig  jedoch  betont,  dass  lebenswichtige Organe  nur  „ex  cadavere“  –  aus  einer  Leiche  –  entnommen werden  dürfen. (157)}}
{{Zitat2|... gleichzeitig  jedoch  betont,  dass  lebenswichtige Organe  nur  „ex  cadavere“  –  aus  einer  Leiche  –  entnommen werden  dürfen. (157)}}
Siehe: [[ex cadavere]]
Siehe: [[ex cadavere]]


{{ZItat2|Im  Februar  2009  fand  in  Rom  ein  weiterer  Kongress  statt,  an dem  auch  einige  Mitglieder  der  Päpstlichen  Akademie  für  das Leben  teilnahmen.  Die  etwa  200  Teilnehmer  meinten,  dass  das Hirntod-Konzept  für  die  Kirche  unannehmbar  sei,  dass  sie  „kein materialistisches  sondern  ein  personales  Menschenbild  vertritt“ (157)}}
{{Zitat2|Im  Februar  2009  fand  in  Rom  ein  weiterer  Kongress  statt,  an dem  auch  einige  Mitglieder  der  Päpstlichen  Akademie  für  das Leben  teilnahmen.  Die  etwa  200  Teilnehmer  meinten,  dass  das Hirntod-Konzept  für  die  Kirche  unannehmbar  sei,  dass  sie  „kein materialistisches  sondern  ein  personales  Menschenbild  vertritt“ (157)}}
Siehe: [[PAS]]
Siehe: [[PAS]]




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Version vom 24. Mai 2020, 16:22 Uhr


Schriften

Ist der Hirntod der Tod des ganzen Menschen? (2009)

2009 veröffentlichte Joachim Piegsa den Artikel "Ist der Hirntod der Tod des ganzen Menschen?"[1] Darin heißt es:

Der Mediziner ist dann nur noch Mechaniker einer Apparatemedizin, der Reparaturen vornimmt oder Ersatzteile austauscht. Die persönliche Diagnosefähigkeit wird überflüssig. (145)

Jede HTD wird von 2 Ärzten sehr persönlich durchgeführt. Siehe: Diffamierung

Jedoch diese begrenzte Sicht genügt nicht, wenn unsere Welt human bleiben soll. (148)

Therapieende bei Hirntoten ist praktizierte Humanität.

Heute wissen wir: „Atmung, Kreislauf und Gehirntätigkeit sind die drei großen Funktionssysteme. (148)

Das wusste bereits bereits im 2. Jh. Galenos. Xavier Bichat bewies dies 1800.

Der medizinische Fortschritt erlaubt es, den Zusammenbruch des Herz-Kreislaufsystems – als klinischer Tod oder Herztod bezeichnet – zu diagnostizieren und durch eine fortgeschrittene Reanimationstechnik samt Herz-Lungen-Maschine zu beheben. (148)

Hirntote benötigen keine Herz-Lungen-Maschine, sondern nur eine künstliche Beatmung.

Es handelt sich somit bei einem Zusammenbruch des Herz-Kreislaufsystems um einen Sterbenden, aber nicht um einen Toten. Ähnliches geschieht bei einer Herztransplantation. Der Empfänger existiert kurze Zeit ohne eigenes Herz, ist jedoch nicht vorübergehend tot und wird somit auch nicht wieder zum Leben erweckt. (149)

Siehe: Irreversibilität

Der Nobelpreisträger, Hans Jonas, bemängelte 1985, dass „externe Interessen“, nämlich das Interesse möglichst frische, funktionsfähige Organe für eine Transplantation zu erhalten, das sachliche Urteil über den Hirntod trüben. (149)

Hans Jonas wurde nie mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. - Siehe: Chronik/Hirntod

In der Tat wird im Fall einer angestrebten Organtransplantation „die Hirntod-Diagnostik an einen Zweck gekoppelt, also instrumentalisiert“. (150)

Siehe: Instrumentatlisierung

{{Zitat2|Der Organspender soll „so tot wie nötig“, undseine Organe „so lebendig wie möglich“ sein. (150)}

Wenn die intensive Weiterbehandlung lediglich einer Verlängerung des Sterbeprozesses gleichkommt, und das ist nach dem Hirntod der Fall, darf aus ethischer Sicht auf „Maßnahmen zur Verlängerung des Lebens“, die „nur den Todeseintritt verlängern“, verzichtet werden. (150)
Jedoch das Gegenteil, nämlich die Tötung eines Menschen durch Organentnahme – auch für den guten Zweck der Lebensrettung eines anderen –, ist ethisch nicht vertretbar. (153)

Siehe: Todesverständnis

Drei Gegebenheiten müssen zur sicheren Feststellung des Todesbelegt werden: „Bewusstlosigkeit mit (mittel-) weiten, starren Pupillen, Verlust der Hirnstamm-Reflexe und Atemstillstand“. (152)

Zur HTD gehört weitaus mehr: Voraussetzungen, Klinische Symptome, Irreversibilität

Eine junge schwangere Frau erlitt durch einen Autounfall den Ganzhirntod. Jedoch ein Erlanger Ärzteteam konnte den Fötus der ganz hirntoten Mutter noch 40 Tage am Leben erhalten. Danach trat eine Fehlgeburt ein. (153)
Kann eine Tote schwanger bleiben? Sicher nicht! Die Schwangerschaft ist nämlich ein komplexer Prozess, der das Zusammenwirken mehrerer Organe erfordert. (153)

Siehe: Marion Ploch, schwangeres Hirntote

Darf man also Sterbende durch die Hinauszögerung ihres Todeszeitpunktes in eine Organbank verwandeln? (153)

Siehe: Diffamierung

Nach Ansicht eines Neurochirurgen ist nämlich zu beachten,dass „nicht alle Teile des Großhirns Bewusstsein erzeugen,andererseits sind gewisse Hirnstamm-Anteile für bewusstes Sein unverzichtbar“. (154)

Siehe: Gesamthirntod

Das Sterben ist nämlich – im Unterschied zum Tod – ein Prozess, der biologisch-medizinisch umschrieben und apparativ festgestellt werden kann, der Tod dagegen nicht, denn er ist ein „momentanes Ereignis“, das kein Apparat punktgenau anzuzeigen vermag. (155)

Jede Todesfeststellung erfolgt post mortem.

Dem heut vorherrschenden empirisch-pragmatischen Menschenbild,das den geistigen Bereich ausklammert, entspricht die empirisch-pragmatische Gleichsetzung des Ganzhirntodes mit dem Tod des ganzen Menschen. (155)
Es wäre falsch, in einem so wichtigen Problembereich vorschnell von Sicherheit zu sprechen, so-lange aus einer ganzheitlichen Sicht des Menschen noch ernst-hafte Bedenken vorgebracht werden müssen. (155)

Jedem Hirntoten ist sein Geist erloschen.

Vorlage:ZItat

Demgegenüber meinte einige Jahre später (1996) Kardinal Meisner: „Die Identifikation des Hirntods mit dem Tod des Menschen ist aus christlicher Sicht, beim derzeitigen Stand der Debatte, nicht mehr vertretbar.“ Robert Spaemann, Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, veröffentlichte im Februar 2005 den Beitrag „Der Hirntod ist nicht der Tod“. (156)

Siehe: EKD DBK 1990, DBK 2015, PAS

Im September2008 erklärte die Soziologin Lucetta Scaraffia im L ́Osservatore Romano, wenn die katholische Kirche an einer „umfassenden und absoluten Verteidigung des menschlichen Lebens“ festhalte, komme sie in Konflikt mit der Gehirntoddefinition, der zufolge die Würde der menschlichen Person mit dem Funktionieren des Gehirns identifiziert werde. (156)

Siehe: Lucetta Scaraffia

... gleichzeitig jedoch betont, dass lebenswichtige Organe nur „ex cadavere“ – aus einer Leiche – entnommen werden dürfen. (157)

Siehe: ex cadavere

Im Februar 2009 fand in Rom ein weiterer Kongress statt, an dem auch einige Mitglieder der Päpstlichen Akademie für das Leben teilnahmen. Die etwa 200 Teilnehmer meinten, dass das Hirntod-Konzept für die Kirche unannehmbar sei, dass sie „kein materialistisches sondern ein personales Menschenbild vertritt“ (157)

Siehe: PAS


{{Zitat2|



Anhang

Anmerkungen


Einzelnachweise

  1. Joachim Piegsa: Ist der Hirntod der Tod des ganzen Menschen? In: Gerhard Stumpf: Irregeleiteter Fortschritt. Augsburg 2009, 145-160. Nach: http://www.ik-augsburg.de/pdf/berichte/Buch2009.pdf Zugriff am 22.05.2020.